Gesundes, rostfreies Wasser: So wird jetzt die Trinkwasser-Anlage saniert

Vorverwalterin ließ alte Anlage verfallen  – Gesundheitsrisiko für die Bewohner und beschleunigte Korrosion der Leitungen

 

Würden Sie sich mit abgestandenem Wasser aus einer rostigen Leitung einen Kaffee kochen? Oder sich damit die Zähne putzen? Eine unappetitliche Vorstellung – aber leider Realität: Denn die frühere Verwalterin hatte die alte Trinkwasser-Anlage praktisch nie warten lassen: Die Feinfilter, die direkt hinter dem Übergabepunkt und Zähler der RheinEnergie Sand und Schwebstoffe aus dem Wasser fischen, wurden einfach sich selbst überlassen. Auch die Wasseraufbereitungsanlage, die Kalk und Korrosion mindern sollte, wurde einfach dem Verfall preisgegeben. Unverantwortlich - denn hier sind chemische Lösungskonzentrate im Spiel, die exakt dosiert dem Trinkwasser beigemischt werden. Obendrein war die gesamte Anlage technisch falsch ausgelegt, sodass sich auch ohne weiteres gefährliche Keime im Wasser hätten ausbreiten können. Die frühere Verwalterin nahm auf diese Weise nicht nur ein Gesundheitsrisiko für die Bewohner in Kauf, sondern auch eine beschleunigte innere Korrosion der Rohrleitungen.    

 

Für die neue Verwaltung und den Beirat galt deshalb „Alarmstufe Rot“ für die Trinkwasser-Anlage: Sie musste von Grund auf neu konzipiert und weitgehend erneuert werden.

Seit Mitte August finden die Arbeiten statt. Dafür muss tagsüber immer wieder das Wasser abgestellt werden. Innerhalb des Hausanschlussraums werden derzeit die zentralen Anlagenteile, bestehend aus Absperreinrichtungen, Filtern und Rohrleitungen erneuert und den Vorgaben der aktuellen Trinkwasserverordnung angepasst. Hausmeister Alexander Rossow hat Fotos der umfangreichen Arbeiten gemacht, die Sie in der Bildergalerie betrachten können. Deutlich zu sehen: Die starke Rostschicht innerhalb der Rohre der alten Anlagenteile. Sie werden jetzt – soweit möglich – durch rostfreie Edelstahl-Leitungen ersetzt. Auch die verrosteten, alten „Schieber“ – d.h. die Absperr-Vorrichtungen der Wasserleitungen, werden ab dem Übergabepunkt der RheinEnergie ersetzt. Der Schutz vor Keimen ist jetzt durch die Auswahl der Materialien und die Art der Rohrleitungsverlegung sowie der Temperatur des Trinkwassers gewährleistet.

 

Die Arbeiten werden von Ingenieurbüro IBH geleitet und der Firma Schöllgen Haustechnik ausgeführt. Thomas Richartz, Leiter Sanitärtechnik, Gas- und Wasserinstallateurmeister bei der Firma Schöllgen Haustechnik erläutert:  „Im Rahmen der aktuellen Maßnahme wird nun eine korrekt ausgelegte Wasseraufbereitungsanlage montiert, die nach einer gewissen Anlaufzeit klares Wasser ausgibt. Es wird also noch ein paar Monate dauern, bis Verfärbungen des Wassers durch Rostpartikel sichtbar nachlassen. Entscheidend ist eine korrekte, regelmäßige Wartung des Systems. Zudem werden die Löschwasser-Leitungen für die Wandhydranten von der Trinkwasserleitung entkoppelt. Dafür wird eine so genannte Trennstation mit Druckerhöhung installiert. Auch die Sprinkleranlage muss durch entsprechend zertifiziertes Unternehmen auf den aktuellen Stand der Trinkwasserverordnung gebracht werden.“

 

Architekt und Mitbewohner Reinhard Roberts beobachtet für den Eigentümer-Beirat die Arbeiten: „Unser Hauptproblem liegt in den alten, von innen korrodierten Leitungen. Bei plötzlichen Druckveränderungen im Leitungssystem können sich immer wieder Rostartikel lösen. Die Trinkwasser-Aufbereitung mindert dieses Problem, denn wir können nicht alle Leitungen auf einmal austauschen. Dies gelingt nur nach und nach – und auch nur, wenn alle Eigentümer verantwortungsbewusst handeln und mitmachen:

Die Steigleitungen können immer dann ersetzt werden, sobald eine Wohnung frei wird oder Bäder und Küchen saniert werden. Wir appellieren deshalb an alle Eigentümer, sich vor einer Küchen- und Badsanierung unbedingt mit der Verwaltung in Verbindung zu setzen. Den Austausch der Leitungen übernimmt die Gemeinschaft“. 

 

Fotoalbum: Links die Bilder der alten Anlage, unten vom Aufbau der neuen Technik.
Alle Fotos von unserem Hausmeister Alexander Rossow. Klicken Sie auf ein Bild um Details zu sehen!

 

Wohnpark Rodenkirchen – Grüngürtelstraße 10-14 und Roonstraße 3-9 in 50996 Köln

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