Die "schwebende" Gestaltung der Balkonbrüstungen ist eines der architektonischen Highlights unseres Wohnparks, zugleich aber auch ihre größte Schwachstelle. Schon zu Zeiten des früheren Eigentümers, der Colonia-Versicherung, wurden Schäden an den Brüstungsfüßen festgestellt. Nach dem Verkauf des Wohnparks an Sauer Immobilien 1996 wurden die zunehmend gravierender werdenden Beton-Schäden zwar festgestellt, aufwändige Sanierungsmaßnahmen wurden durch die damalige Verwalterin Lobenthal jedoch über Jahre vermieden. Eigentümer mit großem Wohnungsbestand – zu denen neben der Sauer Gruppe auch die damalige Verwalterin selbst gehörte – hätten mit entsprechend hohen Sanierungskosten rechnen müssen.

 

2010, nachdem die damalige Verwalterin und die Sauer Gruppe ihren Immobilienbesitz im Wohnpark weitgehend abgestoßen hatten, wurde die Eigentümergemeinschaft über die Notwendigkeit einer umfassenden Betonsanierung informiert. Die Verwalterin wurde von der Eigentümergemeinschaft beauftragt, Gutachten und Kostenschätzungen einzuholen. Eine kurzfristige, stichpunktartige Aktenprüfung bei der Verwalterin, die einzelne Miteigentümer durchführten, brachte jedoch Anfang 2011 überraschend ans Licht, daß die Verwalterin bereits im September 2010 einen verbindlichen Vertrag mit dem Ingenieurbüro Schönborn über rund 300.000 Euro unterzeichnet hatte – und das ohne Kenntnis oder gar konkrete Beschlußfassung der Eigentümergemeinschaft.

Außerdem stellte sich heraus, daß die Verwalterin aus den Rücklagen der Gemeinschaft ungefragt bereits erste Abschlagszahlungen über 108.000 Euro an Schönborn überwiesen hatte. Die Rechtmäßigkeit des Vertrags mit Schönborn wurde von fachlich sachkundigen Miteigentümern - insbesondere Architekten, Ingenieure und Juristen – auch aufgrund der ihr zugrunde liegenden Honorarkalkulation in Frage gestellt. Auch wurde kritisiert, daß keine für die Eigentümer nachvollziehbaren Leistungen erbracht wurden. Einzelheiten finden Sie auch im Wohnpark-Wiki des Miteigentümers Prof. Dr. Krems.  

 

Die Gemeinschaft der Eigentümer votierte daraufhin im Februar 2011 mit überwältigender Mehrheit dafür, den Vertrag mit Lobenthal fristlos zu kündigen und eine neue WEG-Verwaltung einzusetzen. Einzelne Mitglieder des damaligen Eigentümer-Beirates, die Kenntnis von dem Vertragsabschluss der Verwalterin mit Schönborn hatten, legten noch während der Versammlung ihr Amt nieder. Nach einer Wettbewerbspräsentation führender WEG-Verwaltungen stimmte die Eigentümergemeinschaft für die Firma Münch Wohnungsverwaltung.

 

Es folgten eine ganze Reihe von juristischen Auseinandersetzungen mit den Firmen Lobenthal und Schönborn. So versuchte die Firma Schönborn die mit der Vorverwalterin Lobenthal vereinbarten Honorare bei der Eigentümergemeinschaft einzuklagen. Der Rechtsstreit zog sich über alle Instanzen und wurde abschließend zugunsten der Eigentümergemeinschaft entschieden.  

 

2012 wurde die Firma Wissbau mit einer neuen Bestandsaufnahme über die Betonschäden beauftragt. Aktuell werden mehrere Umsetzungsvarianten ausgearbeitet, über die die WEG in Kürze entscheiden wird. Die Sanierung der Balkone soll 2015 beginnen und zügig umgesetzt werden.

 

Seit der Übernahne der WEG-Verwaltung durch die Firma Münch hat die Eigentümergemeinschaft erfolgreich wichtige Sanierungsprojekte umgesetzt, die unter sich unter der Vorverwalterin angestaut hatten. Dazu gehören unter anderem die Sanierung und Entwässerung der Dachterassen, die Sanierung der Trinkwasser-Anlage und vieles mehr. Dadurch konnte in vielen Bereichen bereits auch deutliche Kostensenkungen erzielt werden.   

Balkonsanierung - was bisher (nicht) geschah...

Wohnpark Rodenkirchen – Grüngürtelstraße 10-14 und Roonstraße 3-9 in 50996 Köln

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